»Zum Regieren braucht man ein Basislager, auf das man sich verlassen kann. Mir ist es zudem sehr wichtig, die Menschen, mit denen ich arbeite, zu kennen.«

Meine Arbeit in Berlin: vielschichtig, themenreich, niemals langweilig

Ein typischer Arbeitstag in Berlin startet für mich meist in meinem Büro im 6. Stock des neuen Bundesministeriums des Innern (BMI) - direkt zwischen Hauptbahnhof und Kanzleramt in der Mitte Berlins gelegen - mit einem Milchkaffee und der detaillierten Tagesplanung. Als Bundesminister des Innern bin ich zuständig für eine Fülle von Themen – von Bevölkerungsschutz und IT-Sicherheit über Integration und Sport bis hin zu Sicherheits- und Verwaltungsfragen. Seit dem Jahr 2015 kümmern meine Mitarbeiter und ich uns um all diese Themen vom neuen Standort des BMI aus. Für mich war es übrigens ein ganz besonderer Umzug, denn vor Jahren habe ich selbst - damals noch während meiner ersten Amtszeit als Bundesinnenminister - den Grundstein für dieses Gebäude gelegt. Dass ich es nun auch als Minister einweihen konnte, hat mich persönlich froh und auch ein bisschen stolz gemacht.

Meine Themen

Öffentliche Sicherheit

Für mich und wohl auch die meisten anderen Menschen gehört die Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung zu den mit Abstand wichtigsten Aufgaben von Politik. Es ist der vordringliche Zweck allen staatlichen Handelns. Das Spektrum dieser Aufgabe ist entsprechend groß: es reicht von der Abwehr von Einbrüchen und Diebstählen über die Eindämmung der organisierten Kriminalität bis hin zur Bekämpfung des Terrorismus. Hinzugekommen ist zudem der Schutz vor Straftaten im Internet. Die Unterschiede zwischen Gefahren von innen und außen sind dabei fließend geworden. Nicht zuletzt deshalb spreche ich lieber von „öffentlicher“ statt von „innerer“ Sicherheit.

Zuwanderung und Integration

Deutschland ist für viele Menschen aus dem Ausland attraktiv – als Urlaubsort, aber auch zum Leben und Arbeiten. Gerade jene, die in ihrer Heimat politischer Verfolgung ausgesetzt oder von Terror und Bürgerkrieg bedroht sind, erhoffen sich bei uns eine neue, sichere Heimat. Mir ist ein solidarisches und rechtsstaatliches Asylsystem, das weder berechtigte Bedürfnisse der Schutzsuchenden noch die Interessen der einheimischen Bevölkerung aus dem Blick verliert, deshalb ein großes Anliegen. Das gilt auch für die Integration derjenigen, die dauerhaft bei uns bleiben dürfen. Das gemeinsame Prinzip des Förderns und Forderns ist hier der richtige Ansatz.

Gesellschaftliches Engagement

Verantwortungsbewusstsein ist für mich persönlich, aber auch für das Funktionieren einer Gesellschaft ein ganz fundamentales Prinzip. Deshalb ist mir die Würdigung all derer, die einen besonderen Dienst an unserem Land und seinen Menschen leisten, ein wichtiges Anliegen. Das gilt vor allem für die vielen Menschen, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich aktiv sind – in der Feuerwehr, im Heimatverein, in einer Partei oder anderswo. Das gilt genauso für jene, die sich hauptamtlich für ihre Mitmenschen ein- und dabei nicht selten selbst Gefahren aussetzen, zum Beispiel Polizisten, Soldaten, Katastrophenhelfer und viele andere mehr.

Deutsche Einheit

Mit der Wiedererlangung der deutschen Einheit vor 25 Jahren verbinde ich viele persönliche Erfahrungen und Erinnerungen, die mich bis heute prägen. Viele meiner politischen An- und Einsichten habe ich im Einigungsprozess erworben; hier habe ich viele enge Weggefährten wie Angela Merkel oder Wolfgang Schäuble kennen und schätzen gelernt. Während es in den 1990er Jahren viele Menschen vom Osten in den Westen gezogen hat, sind meine Familie und ich den umgekehrten Weg gegangen –erst nach Schwerin, später dann nach Dresden, wo wir unsere neue Heimat gefunden haben. Auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die deutsche Einheit noch immer eine Herausforderung, der wir uns politisch stellen müssen.

Politik und Religion

Mein christlicher Glaube ist mir Leitschnur und Maßstab all meines politischen Handelns – denn er prägt mein Welt- und Werteverständnis, vor dessen Hintergrund ich meine Entscheidungen abwäge. Den offenen Dialog mit Kirchen und Glaubensgemeinschaften auch in politischen Fragen empfinde ich daher als eine große Bereicherung. Gerade in Zeiten wie diesen muss der Deutungsraum zwischen Religion und Politik aber immer wieder neu ausgemessen werden.

Aber die Aufgaben im Bundesministerium des Innern bilden nur einen Bereich meiner Tätigkeiten in Berlin: Ich arbeite darüber hinaus auch als Bundestagsabgeordneter des Landkreises Meißen. Diese beiden Ämter mit ihrer Vielzahl an Terminen in Einklang zu bringen, erfordert eine intensive Abstimmung und enge Zusammenarbeit zwischen meinen Büros im Ministerium und im Bundestag.

Mein Abgeordnetenbüro befindet sich in der 3. Etage des Paul-Löbe-Hauses, zwischen Bundeskanzleramt und Reichstag. Meine Büronachbarn sind die sächsischen Abgeordneten Bettina Kudla, Frank Heinrich und Thomas Feist, die ebenfalls 2009 erstmals in den Bundestag gewählt wurden. Wir haben einen rein sächsischen Flur, der weithin sichtbar mit Flaggen in den Landesfarben geschmückt ist. Von hier aus vertrete ich die Interessen meines Wahlkreises Meißen und werde dabei von einem engagierten Team unterstützt.