»Zum Regieren braucht man ein Basislager, auf das man sich verlassen kann. Mir ist es zudem sehr wichtig, die Menschen, mit denen ich arbeite, zu kennen.«

Meine Arbeit in Berlin: vielschichtig, themenreich, niemals langweilig

Die Arbeit als Bundestagsabgeordneter bringt für mich eine Vielzahl an Verpflichtungen mit sich – in meinem Wahlkreis Meißen, am Sitz von Parlament und Regierung in Berlin und regelmäßig auch in vielen anderen Teilen Deutschlands. Nicht umsonst stellt schon das Grundgesetz fest: Die Mitglieder des Deutschen Bundestages sind „Vertreter des ganzen Volkes“. Um all diese Termine besser koordinieren zu können, gliedert sich der Jahreskalender eines Abgeordneten in so genannte Wahlkreis- und in Sitzungswochen.

Die Wahlkreiswochen verbringe ich – wie der Name schon sagt – überwiegend vor Ort im Landkreis Meißen, wo dann etwa Termine mit Vereinen und Initiativen, Besuche von Unternehmen und sozialen Einrichtungen sowie Bürgersprechstunden auf dem Programm stehen. In Sitzungswochen hingegen halte ich mich vorrangig in Berlin auf. Hier besteht mein Arbeitsalltag vor allem aus der Teilnahme an Fraktions-, Arbeitsgruppen-, Ausschuss- und Plenarsitzungen. Hinzu kommen viele Gespräche mit Fachpolitikern, Entscheidungsträgern aus Staat und Gesellschaft sowie Besuchergruppen aus meinem Wahlkreis.

Dabei komme ich mit einer ganzen Fülle verschiedener Themen und Problemstellungen in Berührung. Einige davon sind mir aus meiner langen Regierungstätigkeit auf Landes- und Bundesebene fachlich vertraut – andere liegen mir vor allem persönlich stark am Herzen:

Meine Themen

Gesellschaftliches Engagement

Verantwortungsbewusstsein ist für mich persönlich, aber auch für das Funktionieren einer Gesellschaft ein ganz fundamentales Prinzip. Deshalb ist mir die Würdigung all derer, die einen besonderen Dienst an unserem Land und seinen Menschen leisten, ein wichtiges Anliegen. Das gilt vor allem für die vielen Menschen, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich aktiv sind – in der Feuerwehr, im Heimatverein, in einer Partei oder anderswo. Das gilt genauso für jene, die sich hauptamtlich für ihre Mitmenschen ein- und dabei nicht selten selbst Gefahren aussetzen, zum Beispiel Polizisten, Soldaten, Katastrophenhelfer und viele andere mehr.

Deutsche Einheit

Mit der Wiedererlangung der deutschen Einheit vor 25 Jahren verbinde ich viele persönliche Erfahrungen und Erinnerungen, die mich bis heute prägen. Viele meiner politischen An- und Einsichten habe ich im Einigungsprozess erworben; hier habe ich viele enge Weggefährten wie Angela Merkel oder Wolfgang Schäuble kennen und schätzen gelernt. Während es in den 1990er Jahren viele Menschen vom Osten in den Westen gezogen hat, sind meine Familie und ich den umgekehrten Weg gegangen –erst nach Schwerin, später dann nach Dresden, wo wir unsere neue Heimat gefunden haben. Auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die deutsche Einheit noch immer eine Herausforderung, der wir uns politisch stellen müssen.

Politik und Religion

Mein christlicher Glaube ist mir Leitschnur und Maßstab all meines politischen Handelns – denn er prägt mein Welt- und Werteverständnis, vor dessen Hintergrund ich meine Entscheidungen abwäge. Den offenen Dialog mit Kirchen und Glaubensgemeinschaften auch in politischen Fragen empfinde ich daher als eine große Bereicherung. Gerade in Zeiten wie diesen muss der Deutungsraum zwischen Religion und Politik aber immer wieder neu ausgemessen werden.

Sport

Deutschland ist ein Land, das auf Qualität und Leistung setzt. Aber in kaum einem Bereich haben wir einen so unverfälschten Leistungsbegriff wie im Sport: Hier bestehen ganz transparente und eindeutige Maßstäbe, wo Leistung sich direkt und generell lohnt. Das hat mich schon immer fasziniert, weshalb ich mich in meiner Kindheit und Jugend auch in vielen Sportarten ausprobiert habe. Zu Spitzenleistungen habe ich es dabei nicht gebracht. Diese Erfahrung war für mich nicht schön – aber für eine Gesellschaft ist der Ansporn und die Bereitschaft zu Spitzenleistungen geradezu essentiell. Die große Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der gesellschaftlichen Identifikation lässt sich deshalb ohne den Sport nicht befriedigend beantworten.

Mein Abgeordnetenbüro befindet sich in der 3. Etage des Paul-Löbe-Hauses, zwischen Bundeskanzleramt und Reichstag. Meine Büronachbarn sind die sächsischen Abgeordneten Frank Heinrich, Carsten Körber und Jens Lehmann. Wir haben einen rein sächsischen Flur, der weithin sichtbar mit Flaggen in den Landesfarben geschmückt ist. Außer Jens Lehmann sind wir drei alle 2009 erstmals in den Deutschen Bundestag eingezogen und sozusagen die ersten Schritte als Abgeordnete gemeinsam gegangen. Das verbindet.